Die Kasinos Sachsen-Anhalts standen bis vor kurzem noch knapp vor dem aus. Nur noch wenige Spieler besuchten die Spielbanken des Landes, so dass dieses hohe finanzielle Verluste einstecken mussten. „Das Glück lässt sich nicht zwingen“ so steht es auf der Homepage der Spielbanken Sachsen-Anhalt GmbH, doch nun scheint sich das Blatt noch zum Guten zu wenden und an Stelle eines „Nichts geht mehr“ könnte sich ein neues Großprojekt für die Kasinolandschaft des Landes ergeben.
Auf Grund der Schwierigkeiten der Kasinos ließ der Finanzminister des Landes Sachsen-Anhalt Jens Bullerjahn bereits Anfang 2009 die Kasinos zum Verkauf ausschreiben. Man hoffte auf private Interessenten, da die Kasinos ansonsten hätten geschlossen werden müssen. Das wiederum würde Probleme nach sich ziehen, da so eine Einrichtung, die legales Glücksspiel unter staatlicher Kontrolle anbietet, fehlen würde.
Auf das Angebot des Landes hin, meldeten sich ursprünglich drei Interessenten. Inzwischen ist nur noch einer übrig geblieben. Dabei handelt es sich um die zyprische Sybil-Group. Anfang der Woche kam es zu Verhandlungen zwischen dem Finanzministerium und der Sybil-Group bei denen man sich darauf geeinigt hat, dass die Verträge zur Privatisierung der Spielbanken bis zum Jahresende unter Dach und Fach sein sollen. Wenn alles dabei bleibe, würden die Spielbanken dann unter dem Label der Sybil-Group weiterarbeiten.
Die Sybil-Group will allerdings nicht nur die Spielbanken des Landes erwerben, sondern auch einen Freizeitpark, eine Art "Las Vegas des Ostens" mit Kasino, Hotel und Einkaufszentrum, in Vockerode errichten. Dafür will das Unternehmen 300 Millionen Euro investieren. Es handele sich dabei um ein komplexes Investitionsvorhaben. Das Großprojekt in Vockerode will man allerdings nur dann verwirklichen, wenn das Land Sachsen-Anhalt die Spielbank-Abgaben von derzeit 50 Prozent auf 40 Prozent senkt. Finanzminister Jens Bullerjahn verwies darauf, dass es dazu zu Gesprächen im Landtag kommen wird. Gleichzeitig warb er bei den Vertretern der Investoren um Verständnis dafür, dass man jeden Schritt der Sybil-Group in Vockerode genau prüfen werde, da das Land Sachsen-Anhalt leider bereits einige große Pleiten mit Investoren erlebt hat.
Der Steuerzahlerbund des Landes Sachsen-Anhalts begrüßt zum einen den bevorstehenden Verkauf der Kasinos in Magdeburg, Halle und Wernigerode, verweist jedoch darauf, dass der Verkauf und die geplanten Großinvestition in Vockerode streng voneinander getrennt betrachtet werden müssen. Denn mögliche Subventionen für die Freizeitpark-Pläne der Sybil-Group seien aus Steuerzahlersicht sehr fragwürdig.


